Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) ist eine multifaktorielle Erkrankung, die sowohl durch eine pulmonale als auch durch eine systemische Entzündung gekennzeichnet ist. In der Pathogenese der Erkrankung wird derzeit die systemische Entzündung als Faktor für die Entwicklung zahlreicher extrapulmonaler Effekte der COPD diskutiert, wie z. B. der Erkrankung des Herz-Kreislaufsystems und der Atrophie der Skelettmuskulatur.
Ziel des Forschungsprojektes SP 9 unter der Leitung von Prof. Frank C. Mooren ist es, in einem COPD-Mausmodell die zeitliche Entwicklung der systemischen Entzündung zu untersuchen und Zusammenhänge zu extrapulmonalen Determinanten des Krankheitsgeschehens herzustellen. Ein Fokus liegt dabei auf den molekularen Mechanismen der funktionellen und strukturellen Veränderungen der Lunge und der Skelettmuskulatur. Mit Hilfe eines Spiroergometrie-Systems werden regelmäßig die Leistungsfähigkeit während der COPD-Pathogenese und potentielle Korrelationen mit dem inflammatorischen Status untersucht. Gleichzeitig werden auch therapeutische Effekte eines regelmäßigen Trainings untersucht. Es wird erwartet, dass ein regelmäßiges Ausdauertraining der Manifestation einer systemischen Entzündung entgegenwirkt und so die Pathogenese der COPD verlangsamt oder verhindert. Im Speziellen liegen die Ziele des SP 9 in folgenden Bereichen:
- Untersuchung der Entwicklung der systemischen Entzündung und ihre Beziehung zu Veränderungen von Lunge, Herz- und Skelettmuskulatur im COPD-Mausmodell
- Basierend auf dem COPD-Mausmodell soll der relative Beitrag der zunehmenden Inaktivität und des Abfalls der Leistungsfähigkeit zur Dysfunktion der Skelettmuskulatur untersucht werden
- Untersuchung des möglichen Effektes eines regelmäßigen Ausdauertrainings auf die Entwicklung der systemischen Entzündung im COPD-Mausmodell, sowie deren Einfluss auf die körperliche Leistungsfähigkeit