
| © Walter Reich/www.pixelio.de |  |
In Deutschland existiert bislang keine hinreichend große und umfassende Datenbasis, die es erlauben würde, den Verlauf der COPD hinsichtlich Komorbidität und systemischen Faktoren im Detail zu untersuchen. Die verfügbaren Studien sind entweder Querschnittsuntersuchungen in großen Kollektiven oder Longitudinalstudien in relativ kleinen Kollektiven.
20 Studienzentren mit ca. 3.000 PatientenIm Zentrum von COSYCONET steht deshalb eine groß angelegte Kohortenstudie, deren primäres Ziel es ist, die Bedeutung extrapulmonaler Organmanifestationen und Störungen für den Verlauf der COPD zu quantifizieren. Bundesweit beteiligen sich
20 Studienzentren, die duch ca. 30 Kliniken repräsentiert werden, die Koordination obliegt dem Universitätsklinikum Marburg unter der Leitung von Prof. Dr. Claus Vogelmeier. In die Studie aufgenommen werden 3.000 Patienten, von denen 50% den Schweregrad I/II und 50% den Schweregrad III/IV (gemäß den GOLD-Richtlinien) aufweisen.
Pro Studienzentrum sollen ca. 150 Patienten rekrutiert und im Verlauf untersucht werden. Nach vorgegebenen
Ein- bzw. Ausschlusskriterien erfolgt die Rekrutierung in enger Zusammenarbeit mit jeweils ca. 10 niedergelassenen Pneumologen aus der Umgebung eines jeden Studienzentrums. Die Pneumologen werden gebeten, konsekutiv allen Patienten mit der Diagnose COPD eine kurzgefasste Information über die Studie auszuhändigen sowie elementare Daten (Alter, Geschlecht, Schweregrad der COPD) in einem Formblatt zu erfassen. Der Patient kann sich dann selbst im Studienzentrum melden oder seinem Pneumologen die Erlaubnis erteilen, seine Kontaktdaten an das nächste Studienzentrum weiterzuleiten.
Drei Visiten mit umfassendem UntersuchungsspektrumDie Patienten nehmen in den Studienzentren an einer Einschlussvisite und zwei Nachbeobachtungen nach 6 bzw. 18 Monaten teil. An allen Visiten erfolgt das identische umfangreiche
Untersuchungsprogramm, das neben der Prüfung der Lungenfunktion auch das individuelle Muster der Komorbiditäten wie Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems, Osteoporose, den metabolischen und mentalen Status sowie die körperliche Leistungsfähigkeit und Aktivität umfasst. Ein unkompliziert gehaltener Fragebogen wird den Patienten bereits eine Woche vor der Visite zum Ausfüllen zugesandt, um den zeitlichen Aufwand pro Visite bei den meisten Patienten auf 3,5 Stunden zu beschränken.
In die bestehende Therapie wird nicht eingegriffen, es kommen auch keine medikamentösen oder anderweitigen Interventionen zur Anwendung. Die im Verlauf der Studie gewonnenen Informationen werden jedoch den behandelnden Pneumologen für die medizinische Betreuung ihrer Patienten zur Verfügung gestellt.
Von der nationalen COPD-Kohorte versprechen sich alle beteiligten Kliniker und Forscher sowie das BMBF wesentliche Aufschlüsse über das klinische Profil der COPD in Deutschland. Die Etablierung der Kohorte ist zudem Voraussetzung eines weiteren Follow-up und der Analyse spezifischer Phänotypen der Erkrankung.