Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) stellt nach wie vor eine große Herausforderung für die medizinische Praxis dar. Denn bei der COPD betreffen die morphologischen und funktionellen Veränderungen oft nicht nur die Lunge, sondern es bestehen darüber hinaus klinisch relevante Komorbiditäten. Der Zusammenhang dieser Begleiterkrankungen mit der COPD und die sich ergebenden Wechselwirkungen werden möglicherweise durch eine systemische Entzündung vermittelt.
Dies ist die Ausgangslage für den Verbund COSYCONET, der insgesamt 12 Teilprojekte (TP) umfasst. Dabei steht COSYCONET für
German COPD and Systemic Consequences - Comorbidities Network.
Ziel des
Teilprojekts 1 ist es, mit Unterstützung pneumologischer Fachkliniken und Universitätsabteilungen sowie niedergelassenen Pneumologen eine nationale COPD-Kohorte aufzubauen, die als Ausgangsbasis für ein langfristiges Follow-up sowie vielfältige Spezialstudien dienen kann. Diese groß angelegte, multizentrische Kohortenstudie wird ca. 3.000 Patienten mit allen Schwergraden der COPD umfassen und den Status einer „Nationalen COPD-Kohorte“ besitzen. Die Patienten werden mit einem breit gefächerten Instrumentarium zunächst bei einer ersten Visite untersucht sowie 6 und 18 Monate danach. Die einzelnen Untersuchungen wurden bereits in anderen Studien erfolgreich eingesetzt oder sind Bestandteil neuer Empfehlungen zur Charakterisierung von Patienten mit kardiopulmonalen Erkrankungen.
Die Untersuchungen haben zum Ziel, neben der Lungenfunktion das individuelle Muster der Komorbiditäten wie Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, Osteoporose, den metabolischen und mentalen Status sowie die körperliche Leistungsfähigkeit und Aktivität möglichst weitgespannt zu erfassen. Zusätzlich werden Blutproben gewonnen und in einer
Biobank (TP4) gelagert und analysiert, um Marker der systemischen Entzündung und der Alterung sowie organspezifische Marker zu bestimmen. Darüber hinaus werden - soweit unabhängig von der Studie verfügbar – CT-Bilder mittels semi-quantitativer Analyse ausgewertet
(TP5).
Die erhobenen Daten werden mit denen zweier populationsbezogener Kontrollkohorten,
KORA (TP2) und
SHIP (TP3) verglichen.
Gesundheitsökonomische Analysen (TP6) runden die Untersuchungen ab.
Die Teilprojekte 8 bis 13 fokussieren auf spezifische, klinisch relevante Fragen, die für den Verlauf der COPD bedeutsam sind. Die tierexperimentellen Ansätze beschäftigen sich dabei mit der Belastung des endothelialen Gefäßsystems (TP8), Belastungsintoleranz
(TP9), Untersuchung des pulmonalen Gefäßsystems (TP10), der zellulären Reparatur- und Regenerationsfähigkeit (TP11), zellulären „Pathways“, die zu einer COPD führen
(TP12) sowie der Rolle der bakteriellen Kolonisierung der unteren Atemwege
(TP13).